Bewerber-Tipps


Vorüberlegungen

Eine gute Bewerbung hebt Sie aus der Masse der Bewerber heraus!

"Wie verfasse ich meine Bewerbung?" – Unter diesem Titel erscheinen in jedem Jahr meterweise Anweisungsbücher mit höchster Präzision und geradezu wissenschaftlichem Anspruch.
Das Ziel: Die Erstellung einer individuellen Bewerbungsmappe.

Ob eine Neuerscheinung in dieser Kategorie auf dem Markt erschienen ist, erkennen Personalverantwortliche sehr schnell. In den folgenden Monaten erhalten sie eine Vielzahl "individuell" gestalteter Bewerbungen, aber leider: Alle sehen sie gleich aus!

Eine Führungskraft, die sich in dieses Korsett pressen lässt, vergibt so Anfangspunkte.

Extra-Tipp 1:
Verabschieden Sie sich von festen Schemen und Gebrauchsmustern - Individualität erreicht man nicht durch Massenartikel. Auch die bei uns zum Download bereit gestellten Bewerbungsmuster sollten Sie lediglich als Anregung, aber nicht als Vorlage verwenden.


Zu Beginn sollten Sie sich eine Frage stellen, die unglaublich banal und doch so entscheidend ist: Warum hat das Unternehmen die Stelle ausgeschrieben?

Antwort: Das Unternehmen hat ein Problem, das mit einer Neueinstellung gelöst werden soll. Daran schließt sich die Doppelfrage an:

 

Was ist das Problem des Unternehmens?

Unternehmen, die Stellen ausschreiben und/oder eine Anzeige schalten, nennen meistens nicht ihr Problem in der Stellenausschreibung. Das steht meist verklausuliert zwischen den Zeilen und ist häufig in wenig auffälligen Formulierungen zu erkennen. Die Sprache der Anzeigen ist wie die Sprache der Zeugnisse vielfältig, auslegungs- und interpretationsbedürftig und nicht genormt. Die Beschreibungen unterliegen den "neuesten Modeworten", sind mit Anglizismen durchsetzt, die Fortschritt und Fachkompetenz andeuten sollen. Das Gesamtbild über das Problem des Unternehmens kann meistens erst dann entstehen, wenn man Erkundigungen über das Unternehmen eingezogen hat und diese dann mit dem Anzeigentext vergleicht.

Zu empfehlen ist, die Situationsanalyse des Unternehmens mit den eigenen Zielen abzugleichen und einen Entscheidungskorridor aufzuzeichnen.

 

Bin ich die Lösung des Problems?
 

Sie haben den Job!

Eine Lösung des erkannten Problems kann nur dann vorliegen, wenn Ihre Qualifikation, Ihre Erfahrung und Ihre Persönlichkeit dem Problem gerecht wird. Zudem kommen aber noch weitere Faktoren, die in Ihrer Person liegen hinzu. Sind Sie zum Beispiel mit einem notwendigen Umzug einverstanden und/oder mit einem "unfertigen" Unternehmen? Wollen Sie der Nachfolger oder der "Verdränger" sein? Sind Sie harmoniebedürftig oder können Sie im Dauerspannungsverhältnis leben? Soll der Arbeitstag geregelt sein oder kommen Sie mit täglichem "open end" und wechselnden Strukturen zurecht?

Extra-Tipp 2:
Jede Bewerbung muss individuell auf das Unternehmensproblem hin entwickelt werden. Es sollte in jedem Abschnitt Ihrer Bewerbung erkennbar sein "ICH BIN DIE LÖSUNG IHRES PROBLEMS", ohne dies auch nur einmal wörtlich zu schreiben. Selbst bei einer Initiativbewerbung, die an ein Unternehmen gerichtet ist, sollte sie über das "Hallo, hier bin ich" hinausgehen und konkret ein vorher recherchiertes Problem angehen.


Bestandteile der Bewerbung

Die Grundbestandteile der Bewerbung seien hier nur kurz erwähnt und kommentiert, um die Flut der Anleitungen nicht unnötig auszuweiten.

Anschreiben

Das Anschreiben sollte Klarheit für den Lesenden schaffen, um welche Stelle es geht, und woher die Information über die offene Stelle kommt. Zudem müssen Anschrift und Absender korrekt sein. Das Anschreiben ist das erste Schriftstück, welches der Adressat in die Hände bekommt. Das Lesen des Anschreibens sollte und muss "Lust auf mehr" machen. Wecken Sie das Interesse des Lesers mit einem Satz, in dem Sie sich vorstellen, was Sie "elektrisieren" würde, wenn Sie an der Stelle des Lesers wären. Formulieren Sie Ihr Anschreiben präzise auf die ausgeschriebene Stelle. Gehen Sie auf im Ausschreibungstext genannten Anforderungen ein. Beachten Sie aber, dass eine Dreiviertelseite nicht überschritten wird.

Deckblatt

Das Deckblatt gehört zu den stilistischen Anforderungen, die an eine Bewerbung gestellt werden. Hier sollten sich Name, Telefonnummer und ein erstklassiges Bild (Porträtfoto, kein Automatenbild) befinden. Das Deckblatt korrespondiert mit der Bewerbungsmappe und sollte im Stil dazu passen. Auf dem Deckblatt oder auf einem gesonderten Blatt kann ein Inhaltsverzeichnis eingefügt sein.

Lebenslauf

Bedenken Sie, dass Sie vermutlich einer unter vielen Bewerbern sind. Es wird dem Personalverantwortlichen die einprägsamste und klarste Bewerbung im Gedächtnis bleiben. Also gliedern und strukturieren Sie Ihren Lebenslauf tabellarisch, übersichtlich und monatsgenau durch. Der Lesende kennt Sie nicht, er hat nur die Unterlagen vor sich liegen und reagiert möglicherweise gereizt, wenn er sich fehlende oder unklare Zusammenhänge erklären muss.
Deshalb darf der Lebenslauf keine "Lücken" aufweisen. Relevante Ausfallzeiten, etwa durch Arbeitslosigkeit, Krankheit, Unfallfolgen sind unbedingt zu begründen. Auch wenn Sie sich eine "Auszeit" genommen und sich Ihren Lebenstraum von der Weltreise erfüllt haben, lässt sich das problemlos argumentieren und darstellen. Nichts ist peinlicher als Lücken im Vorstellungsgespräch nachgewiesen zu bekommen!
Vergessen Sie nicht die Unterschrift, denn der Lebenslauf ist ein Dokument! Falsche Aussagen können für Sie zumindest arbeitsrechtliche Folgen haben.

Derzeit konkurrieren zwei grundsätzliche Darstellungsformen: der konventionelle und der EU-Lebenslauf. Beide Formen können auch kombiniert werden.

1. Konventioneller Lebenslauf (mit Foto)

  • Angaben zur Person
  • Schulbildung
  • Berufsausbildung
  • Studium
  • Berufspraxis
  • Weiterbildung
  • Besondere Kenntnisse

2. Der EU-Lebenslauf enthält folgende Abweichungen:

  • Der EU-Lebenslauf enthält kein Foto
  • Der EU-Lebenslauf wird umgekehrt chronologisch dargestellt ("Last job first")
  • Der EU-Lebenslauf enthält zudem genauere Angaben der sogenannten "Soft Skills", also der Kernkompetenzen und Schlüsselqualifikationen


Die "Dritte Seite" - Der Qualifikationsspiegel

Wenn Sie die "Lösung des Problems" sein wollen, dann müssen Sie dies auch aufzeigen.
In übersichtlicher Art und Weise sollten im Anschluss an den Lebenslauf die "Highlights" Ihrer beruflichen Karriere dargestellt werden. Sie können hier die Tabellenform oder passend zu Ihrem Lebenslauf eine freie Darstellung wählen, indem Sie zum Beispiel Fragen an sich selbst richten und diese dann beantworten oder unter markigen Überschriften Ihre Fähigkeiten darstellen. Erwähnenswert sind z.B.: Aufbau von neuen Strukturen, Einführung von EDV oder Zeit- und Lohnsystemen, Produktentwicklungen, Vereinfachung von Arbeitsabläufen, Projektmanagement, Auslandsaufenthalte, aber auch besondere Weiterbildungen, die für spezifische Einsätze benötigt wurden, Personalführungsbefugnisse, Kontakt zu Behörden und Verbänden etc.
Nach dem Lesen dieser Seite sollte der Personalverantwortliche in der Lage sein, Sie Ihren Fähigkeiten entsprechend einzuordnen. Bei guter Darstellung kann er jetzt einschätzen, ob Sie die Lösung seines Problems sind.

In den Qualifikationsspiegel gehören auch absolute oder relative Zahlen, so dass Erfolge mit Daten gestützt werden.

 

Publizistische Erwähnungen / Arbeitsproben

Sollte über Ihre Arbeit berichtet worden sein, so empfiehlt es sich, Kopien der Veröffentlichungen beizufügen. Gleiches gilt für Publikationen, die Sie selbst erstellt haben, zum Beispiel Unternehmenszeitungen, Prospekte oder Flyer. Haben Sie an der Katalogerstellung eines Produktes maßgeblich mitgewirkt, sollten Sie dies auf der "Dritte Seite" vermerken und dann ein Exemplar zum Vorstellungsgespräch mitbringen (nicht mitschicken!).


Zeugnisse, Qualifikationen, Ausbildungsnachweise

Arbeitszeugnisse, Ausbildungsnachweise sowie Schulzeugnisse sind Urkunden, die nicht verändert oder verbessert werden dürfen. Selbst die schlechteste Kopie eines Zeugnisses ist besser als ein "nachgemaltes" oder sonstwie verbessertes Exemplar. Wenn solche "Verbesserungen" von Personalverantwortlichen erkannt werden, kommt es nicht mehr zu einer Einladung zum Vorstellungsgespräch, sondern Sie erhalten umgehend die Unterlagen zurück.
Ebenso kann man nicht einfach ein Zeugnis fehlen lassen, nur weil es nicht gut ist und dem Gesamteindruck schaden könnte. Wenn ein Lebenslauf lückenlos sein soll, dann muss man dies auch mit entsprechenden Dokumenten beweisen können. Ist ein Zeugnis schlecht, dann ist es besser dies im Gespräch zu erläutern. Es ist für einen Manager nicht denkbar, nicht zu wissen, dass bei der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses immer ein Zeugnis fällig ist. Die Aussage: "Ich glaubte, ich brauche keins, weil ich bisher immer abgeworben wurde" ist nicht akzeptabel.
In der Abfolge sollte man nach der "Dritten Seite" zunächst mit den Arbeitszeugnissen beginnen, dann zu Weiterbildungen und Seminaren kommen. Es schließen sich Studium, Ausbildung und Schule an. Gelegentlich wird ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt, das dann direkt nach der "Dritten Seite" ergänzt wird.


Eine ausführliche Bewerbung ist ein Spiegel Ihrer Persönlichkeit. Mit Kreativität und einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein sollten Sie eine unverwechselbare, individuelle Mappe schaffen, die mit den notwendigen, aber auch den gestalterischen Elementen spielt und so eine überzeugende Aussage über den Autor trifft.

...und diese Aussage muss lauten:

"Ich bin die Lösung Ihres Problems."

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