Auszug aus der Studie von Ulrich Eggert "Die Zukunft des Möbelhandels- und vertriebs":
Insbesondere im Möbelhandel, aber auch in verwandten Bereichen wie etwa den Bau- und Heimwerkermärkten, hat die stagnierende Umsatzentwicklung die Händler dazu verleitet, ihre Verkaufsflächen übermäßig auszuweiten. Das gilt vor allen Dingen für Ostdeutschland, wo Möbel- und Do-it-yourself-Händler heute über die 3-fache Pro-Kopf-Fläche wie in Westdeutschland verfügen, aber nur 80 % des Kaufkraftniveaus. Flächenüberhänge verführen jedoch dazu, im Wettbewerb die Preise zu senken und so neben den zusätzlich gestiegenen Kosten auch die Renditeschraube nach unten zu drehen. Der Renditeverfall verstärkt die Wettbewerbssituation und wird mittelfristig in eine scharfe Konsolidierung der Handelslandschaft münden, die ja in anderen Branchen längst begonnen hat.
Preise sind im Wettbewerb kaum noch eine Waffe – sie sind niedrig und werden auch niedrig bleiben (müssen). In vielen Branchen versucht die Industrie selbst, die Sache in die Hand zu nehmen: Sie vertikalisiert sich und geht selbst in den Vertrieb an den Endverbraucher durch eigene Geschäfte, durch eigene Internetauftritte oder durch Systembildung wie Franchise mit entsprechenden Vertriebspartnern.
Unternehmen wie IKEA haben exzessiv die Nichtmöbelsortimente in ihren Unternehmen ausgeweitet und sind so in der Lage, dem mangelnden Möbelabsatz auszuweichen. Wenn ein neues Auto gekauft wird, werden keine Möbel gekauft, aber um das Wohnzimmer zu verschönern werden Accessoires auf die Regale gestellt – für „Nippes“ bleibt immer noch Geld über. Der klassische Möbelhandel in Deutschland hat jedoch diesen Zug weitgehend verpasst – nur etwa 12 % seines Umsatzes basiert auf Nichtmöbeln. So verzeichnet ihr Umsatz den auch eher Stagnation und Rückgänge, IKEA jedoch verbucht ungeahnte weitere Absatzerfolge. Irgendjemand dürfte da etwas falsch gemacht haben!?
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Die komplette Studie erhalten Sie als kostenloses Download auf www.ulricheggert.de
