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Kaufmännischer Geschäftsführer in Zeiten der Krise – Change und Chance

„Kaufmännischer Geschäftsführer – das kann ich.“ Das versichern potenzielle Kandidaten gern, denn an Selbstbewusstsein mangelt es in der Regel in dieser gehobenen Gehaltsklasse nicht. Doch während es früher ausreichte, die Zahlen im Griff zu haben, müssen kaufmännische Verantwortliche heute nicht nur in diesem Bereich, sondern zusätzlich auf emotionaler Ebene führen können sowie offen sein für flexible Arbeitszeitmodelle und den Einsatz neuer Technologien. Ohne gezielte Weiterbildungsangebote ist es Kandidat:innen kaum mehr möglich, den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden. Die Personal- und Unternehmensberatung TRUB weiß, wie sich Jobprofile heute verändern. Schließlich kann sie aus einem Pool von über 3.560 Profilen von Menschen in Leitungsfunktionen in der Einrichtungsbranche schöpfen.

Als „Finanzminister“ nehmen kaufmännisch verantwortliche Führungskräfte eines Unternehmens zwar nach wie vor ihre klassische Rolle wahr und bleiben auf ihre originären Funktionen wie Rechnungswesen, Recht, Reporting, HR und Kostenrechnung fokussiert. Doch die Welle der Veränderung schwappt auch in diesen eher traditionell geprägten Bereich hinein und das in Zeiten von Pandemie, Konjunkturschwäche, kriegerischen Ereignissen und nachhaltiger Energiebeschaffung. Die Einführung neuer Technologien und flexibler Arbeitszeitmodelle sowie Erfolgs- und Prognoserechnungen unter Ungewissheit müssen von den Unternehmen bewältigt werden. Zudem sind bei den Bewerber:innen die Ansprüche an eine ausgewogene Work-Life-Balance gestiegen. All das erhöht die Komplexität bei der Auswahl und Rekrutierung geeigneter Kandidat:innen. Die Tool-Box für eine kaufmännische Leitung/Geschäftsführung beinhaltet bei der Personal- und Unternehmensberatung TRUB deshalb mittlerweile deutlich mehr vielseitige Qualitäten und Anforderungen. 

Ohne unternehmerisches Denken und das Verständnis für Branchenkonjunkturen sowie ungenutzte Potenziale des Unternehmens sind Investitionen und die Budgetierung unter ungewissen Bedingungen und unabsehbaren äußeren Einflüssen wenig erfolgversprechend. Bewerber:innen sollten sich im Idealfall deshalb auch mit Frühwarnsystemen, optimierter Finanzplanung („Treasury“) oder Digitalisierungsmöglichkeiten im Bereich des Rechnungswesens und des Services auskennen. Shared-Service-Center (Zentralisierung von Dienstleistungsprozessen einer Organisation), Data Warehouse (zentrale Datenquelle für ein Unternehmen), Workflow-Optimierung, Analyse von Werteflüssen und Business Intelligence-Tools für eine permanente Prozessoptimierung sollten ebenfalls keine Fremdwörter sein. Vorteilhaft ist es, Spezialwissen hinsichtlich Kapitalbeschaffung oder Erfahrung mit dem Einsatz von Kurzarbeit mitzubringen, und richtig punkten können alle, die mit fundierten Kenntnissen zur aktuellen Gesetzgebung des Lieferkettengesetzes aufwarten. „Die Auseinandersetzung damit, was das Lieferkettengesetz für das Supply Chain Management in der Produktion und die Zusammenarbeit mit Lieferanten bedeutet, ist für jedes Unternehmen eine Herausforderung, aber unabdingbar“, so der mit kaufmännischen Besetzungen befasste langjährige Personalberater Dipl.-Kfm. Rudolf Ostermann. 

Immer wichtiger für kaufmännische Geschäftsführer (CFO) ist es, die verlässliche Einbeziehung der Stakeholder durch die dichte Abbildung aller unternehmensrelevanten Daten als eine essenzielle Dienstleistung zu verstehen. In seiner Verantwortung liegt es auch, Beiräte und Holding-Konstruktionen zufriedenzustellen, den Kontakt zu Banken und Investoren zu pflegen und für steuerliche Fragen sowie solche zu Rechtsform und Standort auch auf europäischer Ebene bestmögliche Lösungen zu finden. 

„Als Kaufmännischer Geschäftsführer erfolgreich zu sein, wird offensichtlich immer schwieriger. Denn hinzu kommt noch, dass es nicht nur im Bereich Human Resources sozialer Kompetenz, emotionaler Ansprache und Kommunikation auf Augenhöhe bedarf, um die Generationen X, Y und Z für eine Arbeit in der Einrichtungsbranche zu begeistern, zu gewinnen und zu halten. Diese Werte müssen von der gesamten Führungsetage, also auch der kaufmännischen Leitung gelebt werden. Ohne überzeugend demonstrierte Offenheit für Work-Life-Balance und Innovationen beispielsweise den Einsatz von KI werden die notwendigen Stellenbesetzungen in der Branche, die eher als etwas ‚hölzern‘ und nicht unbedingt cool gesehen wird, kaum zu bewerkstelligen sein“, erklärt Martin Mainka, Senior Berater bei TRUB und KI-Experte. Er kann mit einer sehr hohen Erfolgsquote bei der Besetzung von Stellen mittels Chatbots aufwarten. 

Gezielte Weiterbildungsangebote sind angesichts aktueller Wunsch-Profile alternativlos. Mehr denn je lohnt es sich auch, Talente zu Führungspersönlichkeiten zu entwickeln und, sofern noch vorhanden, Skepsis gegenüber dem Einsatz von KI abzubauen. KI-Tools können bei Analysen unterstützen, Entscheidungsfindungen erleichtern und den herausfordernden Fachkräftemangel durch optimierte Arbeitsprozesse etwas abfedern. „KI ist nicht als Ersatz für Fachkräfte gedacht, sondern als Unterstützung und Ergänzung“, sagt Martin Mainka. 

Eine Personalstrategie, die dem kaufmännischen Bereich besondere Beachtung schenkt, sieht Thaddäus Rohrer, Inhaber und Geschäftsführer von TRUB, als unerlässlich an: „Eine erfolgreiche kaufmännische Führungskraft muss zwar nach wie vor in erster Linie Zahlen-fokussiert sein, aber ohne überzeugende, authentische Leitung und die Bereitschaft zur Kommunikation mit allen Mitarbeitenden und Stakeholdern wird es keinen nachhaltigen Unternehmenserfolg geben.“